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S​elbstführung – der wahre Luxus

von wirtschaftstelegraph
Thomas Krings gilt als Game Changer beim Thema Führung. Seine Thesen finden Beachtung in den Chefetagen namhafter Unternehmen. In seinem Podcast „Fokus Führung“ teilt er sein Wissen und gibt wertvolle Impulse. Grund genug, ihn im Wirtschaftstelegraph zum Kolumnisten zu machen. Viele seiner Texte basieren auf seinem Podcast, den es hier auch zum Nachhören gibt. Er teilt hier Führungswissen für Leader von morgen.

Wahrer Luxus ist, die Wahl zu haben.

Ich wurde neulich gefragt: „Herr Krings, was ist für Sie Luxus?“ Nach einem kurzen Augenblick des Überlegens, antwortetet ich „Wahrer Luxus ist für mich die Wahl zu haben.“ Meine Aussage erklärte ich Ihm wie folgt. Solange mein Gehirn gesund ist, habe ich immer die Wahl meine Einstellung und mein Verhalten selbst zu bestimmen, egal in welcher Situation ich mich gerade befinde. Selbstführung! Ich bestimme wie ich auf eine Situation reagiere, wie ich mit ihr umgehe. Lösungsorientiert, oder jammernd, als Macher, oder als Opfer.

​Ursache und Wirkung

Sie haben sicherlich schon oft von dem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung gehört. Das Prinzip von Ursache und Wirkung zeigt sehr schön, dass alles bipolar ist. Das heißt, es gibt Nichts ohne sein entsprechendes Gegenstück. Schauen wir uns das doch mal etwas näher an. Die Bipolarität der Welt zu erkennen und zu verstehen, hilft nämlich ungemein beim Umgang mit Widrigkeiten in unserem Leben.

Bipolarität bedeutet: die eine Seite gibt es nicht ohne die Andere. Das ist solange egal, wie die eine Seite, die uns gerade betrifft, eine angenehme, oder neutrale Seite ist. Wenn es aber eine unangenehme, belastende Seite ist, dann wollen wir sie schnellstmöglich weghaben. So einfach ist das aber nicht. Genau genommen ist es sogar unmöglich. Sich nur den einen, angenehmen Pol auszuwählen geht nicht. Wollen Sie den Einen, dann müssen Sie auch akzeptieren, dass der andere Pol Sie auch irgendwann einmal erwischt.

​Beispiele von Ursache und Wirkung

​Ein Beispiel: keiner von uns möchte gerne krank sein. Jeder möchte vor Gesundheit strotzen. Das geht aber nicht durch die Bipolarität. Versuchen Sie doch mal jemandem den Begriff Gesundheit zu erklären, ohne dass es Krankheit geben würde. Das Eine gibt es nur, wenn es das Gegenstück auch dazu gibt. Keine Gesundheit, ohne Krankheit. Kein Oben, ohne unten. Kein rechts ohne links. Keine Liebe ohne Hass. Kein Erfolg ohne Misserfolg. Kein Gewinn ohne Verlust. Kein auf ohne ab. Kein Leben ohne Tod. Alles ist bipolar, also auch Ursache und Wirkung. Das Eine gibt es nur mit dem Anderen. Setzen Sie eine Ursache, bewusst oder unbewusst, werden Sie eine Wirkung erzeugen. Der Job, den Sie aktuell ausüben, ist eine Wirkung, die Sie täglich erleben. Die Ursache haben Sie dadurch gesetzt, dass Sie irgendwann einmal einen Arbeitsvertrag bei einer Firma unterschrieben, oder ein Unternehmen gegründet, oder von Ihren Eltern übernommen haben. Der Partner mit dem Sie vielleicht zusammen leben, ist eine Wirkung, das Haus, oder die Wohnung in der Sie zur Zeit leben, ist eine Wirkung, das Auto, dass Sie momentan fahren, ist eine Wirkung, das Übergewicht, dass Sie haben, oder eben nicht haben, ist eine Wirkung. Die Ursache, oder besser die Ursachen dazu, haben Sie immer selbst gesetzt.

​​Opfer…..

​Ich habe bisher nicht über die Bewertung dieser Wirkungen gesprochen. Jetzt beginnt nämlich für viele Menschen das Problem. Da wir Menschen ständig bewerten, ist vielleicht Ihre aktuelle berufliche Aufgabe nicht so angenehm. Vielleicht ist auch die Partnerschaft, in der Sie leben nicht so erfüllend. Ich sage dann immer „Wären Sie damals besser zu Hause geblieben.“ Sie würden vielleicht gerne ein anderes Auto fahren, oder in einem besseren Haus an einem schöneren Ort wohnen, Sie hätten vielleicht gerne motiviertere Mitarbeiter, mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Gehalt oder, oder, oder. Naja, die Ursache haben Sie selbst gesetzt. Dann machen Sie die Umstände für Ihre Situation verantwortlich. Und das oft unbemerkt und schleichend. Wenn Sie beispielsweise über die Motivation Ihrer Mitarbeiter klagen, dann sind Sie Opfer. Wenn Sie über Ihren Vorgesetzen, die ungeregelten Prozesse im Unternehmen, Ihr Gehalt, oder, oder, oder klagen, sind Sie Opfer. Dann leben Sie nicht mehr Ihr eigenes Leben, sondern werden gelebt. In dieser unbefriedigenden, für manche Menschen manchmal auch quälenden Situation zu verharren und zum Opfer der Umstände zu werden, ist dann genau falsch. Das dürfen Sie niemals zulassen.

​…oder ​Macher?

​Sie müssen immer Macher sein. In jeder Sekunde Ihres Lebens. Beruflich, wie privat. Wir Menschen haben immer die Wahl etwas zu tun, was unser Leben in eine bessere Bahn leiten kann. Wir können nämlich jederzeit eine neue Ursache setzen. Sie können sich einen neuen Job suchen, eine andere Wohnung, einen neuen Partner, ein neues Team, usw, usw. Sie haben diese Freiheit, diesen Luxus, jederzeit. Denn wenn Sie eine neue Ursache setzen, werden Sie eine neue Wirkung erzielen – garantiert. Ob diese neue Wirkung jetzt besser, angenehmer ist als die Alte, kann ich Ihnen nicht prognostizieren. Ist aber auch egal, denn Sie haben jederzeit die Wahl eine neue Ursache zu setzen. Das können Sie solange machen, bis die Wirkung passt. Ist das nicht genial? Vielleicht denken Sie gerade „wenn das mal so einfach wäre. Auf welchem Trip ist der Krings denn da gerade?“ Ich habe Ihnen nicht gesagt, dass es einfach wäre. Sonst würde es ja jeder Mensch machen.

​Sie haben die Wahl –  beruflich und privat

​Die Mehrheit von uns ist Besitzstandsbewahrer und hat Angst vor Veränderung. „Lieber soll es so bleiben wie es ist, dann weiß ich wenigstens was ich habe. Die neue Wirkung könnte ja viel schlimmer sein.“ Aus meinen Coachings könnte ich Ihnen viele Geschichten erzählen, zu welchem Elend diese Haltung führen kann, privat wie beruflich. Warum fällt es trotzdem so vielen Menschen schwer die Wahl zu treffen, eine neue Ursache zu setzen, um einen „Lohn“ zu erhalten? Weil der Lohn auch einen Gegenpol hat. Es ist der Preis, den wir dafür bezahlen müssen. Immer! Kein Lohn ohne entsprechenden Preis. Diese Erkenntnis macht jetzt genau den Unterschied zwischen Macher und Opfer sein. Das Opfer jammert an dieser Stelle und macht andere verantwortlich. Der Macher hingegen entscheidet sich bewusst, wie ein kaufmännisch denkendes Wesen,“ ist mir der Preis angemessen, oder bin ich momentan noch nicht bereit den Preis für den erwarteten Lohn zu bezahlen.“ Es geht um die bewusste Entscheidung mit der Gewissheit „Ich bin es, der entscheidet wann ich was mache, oder eben nicht mache“. Sie sind der Vorstandsvorsitzende Ihres Lebens und niemand sonst. Sie entscheiden, ob und wie oft Sie eine neue Ursache setzen wollen um eine von Ihnen gewünschte Wirkung zu erreichen. Wunderbar!

​Treffen Sie Ihre Entscheidung bewusst!

Das bedeutet nämlich ab sofort für Sie: Sie haben immer die Wahl. Wenn Sie irgendetwas in Ihrem Leben anders haben möchten, sind Sie frei in Ihrer Entscheidung eine neue Ursache zu setzen, oder eben nicht. Wenn Sie sich dagegen entscheiden, tun Sie das bewusst und ohne sich wie ein Opfer zu fühlen, denn Sie hatten die Wahl. Ihnen ist momentan eben nur der Preis, den Sie dafür bezahlen müssen zu hoch. Sie sagen sich „Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.“ Sie haben in jeder Lebens-Situation, immer mindestens drei Möglichkeiten: Weitermachen Aufhören Andersmachen Entscheiden Sie sich bewusst für eine dieser Möglichkeiten. Seien Sie kein Opfer Ihrer Umstände!

„Denn Sie wählen, nur Sie allein!“

Bleiben Sie fokussiert!

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