Startseite Wirtschaft Sehr gutes Neugeschäft bei der LBS Hessen-Thüringen

Sehr gutes Neugeschäft bei der LBS Hessen-Thüringen

von wirtschaftstelegraph

Thorben Wengert / pexelio.de

Auch im vergangenen Jahr war Bausparen in Hessen und Thüringen beliebt: 96.799 Verträge über eine Bausparsumme von 2,89 Mrd. Euro schloss die Landesbausparkasse (LBS) Hessen-Thüringen 2014 ab. Demnach übertraf das Volumen des Bruttoneugeschäfts das des Vorjahres um 4,8 Prozent (2013: 2,76 Mrd. Euro). Das aktuelle Zinsniveau lässt sich durch Bausparen dauerhaft festschreiben. In Hessen gelangten 69.886 Verträge (2013: 72.981) über eine Bausparsumme von 2,25 Mrd. Euro (2013: 2,14 Mrd. Euro) zur Unterschrift, in Thüringen 26.913 Verträge (2013: 27.024) über 638,42 Mio. Euro (2013: 611,68 Mio. Euro).

Mit Vorfinanzierungskrediten zum Eigenheim

Zusammen mit dem gestiegenen Nettoeinkommen sorgen die niedrigen Zinsen Nettoeinkommen dafür, dass Wohneigentum derzeit für private Haushalte erschwinglicher ist als je zuvor, was sich auch auf das Finanzierungsgeschäft der LBS Hessen-Thüringen auswirkte. Sie bewilligte Vorfinanzierungskredite über ein Volumen von 118,89 Mio. Euro und erreichte damit fast exakt das Rekordniveau des Vorjahres. Das Volumen der bewilligten Sofortkredite stieg auf knapp 16 Mio. Euro, was ein Plus von 33,0 Prozent gegenüber 2013 darstellt. Mit ihren Sofortkrediten stellt die LBS Darlehen bis zu 50.000 Euro ohne dingliche Besicherung zur Verfügung. Bauspardarlehen wurden dagegen wie in der gesamten Branche wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase weniger abgerufen als im Jahr zuvor. Das Volumen der bewilligten Bauspardarlehen ging zurück auf 38,8 Mio. Euro (2013: 44,9 Mio. Euro).

Durchbruch bei Wohn-Riester

Bei der staatlich geförderten Eigenheimrente traten Anfang 2014 im Zusammenhang mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz mehrere vorteilhafte Änderungen in Kraft. Unter anderem können jetzt auch alle Wohneigentümer, die ihre Immobilie vor 2008 gebaut oder gekauft haben, ihren Riester-Kredit oder ihr Riester-gefördertes Bauspardarlehen für die Umschuldung nutzen. Dies führte zu einem erheblichen Wachstum beim Riester-Bausparen. Insgesamt schloss die LBS in Hessen und Thüringen 10.201 Wohn-Riester-Verträge ab – 48,6 Prozent mehr als im Vorjahr (2013: 6.865). Das Volumen der Riester-Neuverträge erreichte mit 414,8 Mio. Euro ebenfalls einen neuen Spitzenwert (2013: 283,9 Mio. Euro). Diese Werte belegen die weiter steigende Bedeutung der Immobilie für die Altersvorsorge. Auch das Gemeinschaftsgeschäft mit den Sparkassen erwies sich 2014 als Wachstumstreiber. Der Vorjahreswert konnte mit 630,0 Mio. Euro noch einmal um fast 20 Prozent gesteigert werden.

Schwierige Rahmenbedingungen

Eine erhebliche Belastung stellt nach wie vor die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) dar, welche die gesamte Finanzbranche beeinflusst. Zusätzlich verschärften regulatorische Auflagen den Druck. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sei das abgelaufene Geschäftsjahr der LBS dennoch als solide zu bewerten. Das strikte Kostenmanagement, das sich die LBS schon vor Jahren auferlegt hatte, trug dazu bei, dass das Betriebsergebnis nach Bewertung mit 8,9 Mio. Euro aus Sicht des LBS-Chefs recht zufriedenstellend ausfiel (2013: 9,8 Mio. Euro). Der Verwaltungsaufwand sank gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 39,5 Mio. Euro (2013: 40,9 Mio. Euro).

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase musste das Unternehmen zu Bestandsmaßnahmen im Bausparkollektiv greifen, was unter anderem die Kündigung von Bausparverträgen einschloss, bei denen die Inanspruchnahme des Darlehens aufgrund der Übersparung des Vertrags nicht mehr möglich war oder bei denen der Zuteilungszeitpunkt länger als zehn Jahre zurücklag. In einem Finanzmarktumfeld, in dem zehnjährige Bundesanleihen gerade einmal 0,16 Prozent Zinsen einbringen, ist eine auskömmliche Rendite bei der Anlage von Spargeldern, die nicht als Darlehen ausgereicht werden, nicht mehr möglich.

Ausblick 2015

Die LBS Hessen-Thüringen startete gut in das Jahr 2015. Vor allem im Finanzierungsgeschäft lief es im ersten Quartal vielversprechend für das Institut. Es bewilligte Vorfinanzierungskredite über 30,03 Mio. Euro und übertraf damit erneut den hohen Vorjahreswert (Q1/2014: 24,90 Mio. Euro). Bausparverträge wurden etwas weniger nachgefragt als 2014. Das Volumen des Bruttoneugeschäfts lag mit 717,42 Mio. Euro leicht unter dem des Vorjahres (Q1/2014: 735,00 Mio. Euro), jedoch höher als geplant. Für 2015 rechnet die LBS wegen der ausschließlichen Fokussierung auf Finanzierertarife mit einem Neugeschäft leicht unter dem von 2014. Zudem sei jetzt schon klar, dass die Fortsetzung der Nullzins-Politik und die zusätzlichen Belastungen aus der Regulatorik zu weiter rückläufigen Betriebsergebnissen führen werden. Den kommenden Herausforderungen wird mit einer konsequenten Ausschöpfung der Marktpotenziale im Bausparneugeschäft und außerkollektiven Darlehensgeschäft begegnet. Gleichzeitig setzt das Institut auf eine Fortsetzung des strikten Managements der Verwaltungskosten. Darüber hinaus werde die Investition in ein gruppenweites IT-Projekt zur langfristigen Hebung wesentlicher Synergien führen. Ziel ist es, sich noch besser in die EDV-Systeme und den Vertrieb der Sparkassen zu integrieren. (Redaktion)

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