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Führungsfehler – So treiben Chefs mit System Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout!

Burnout-Chefs leben auf der Überholspur: Burnout-Chefs leben unter der Diktatur des Adrenalins. Burnout-Chefs suchen immer den neusten Kick und das nicht nur im beruflichen Umfeld. Selbst in der Freizeit, die Ihnen eigentlich Ruhephasen vom Alltagsstress bringen sollte, kommen Sie nicht zur Ruhe und so geben mehr als 41 Prozent aller Beschäftigten heute bereits an, sich in der Freizeit nicht mehr erholen zu können. Tendenz steigend.

Klar, die Anforderungen in Führung und Management werden immer komplexer. Die digitale und globale Zeit überholt die Führungskräfte, engt sie ein, bestimmt ihren Tagesablauf. Viel Arbeit, extrem viel Verantwortung, ein Meeting jagt das nächste und ständig klingelt das Smartphone. Multitasking ist mehr und mehr angesagt und Burnout-Chefs wollen so viele Tätigkeiten wie möglich gleichzeitig erledigen. Burnout-Chefs müssen ja auch ihre Chefs, ihre Shareholder und ihre Kunden befriedigen.

Schauen Sie sich doch mal in Ihren Meetings um. Wie viele ihrer Angestellten beantworten bei solchen Gruppenzusammentreffen gleichzeitig E-Mails, schreiben WhatsApp-Nachrichten oder telefonieren sogar? Super, dass ihre Mitarbeiter das dürfen und dafür nur die Hälfte mitbekommen und natürlich Folgemeetings notwendig sind. Natürlich wieder bei Kaffee und Kuchen und in bequemer lockerer Atmosphäre, ohne Konsequenzen. Aber sie als Burnout-Chef leben es ja vor und deshalb werde Sie natürlich von Ihren Mitarbeitern heiß und innig geliebt. Sie fördern diese Kultur ja nur im Sinne Ihrer zufriedenen Mitarbeiter und zudem ist es heute ja nicht mehr unhöflich, seinem Gesprächspartner nur halb zuzuhören.

Zum Glück gibt es dazu das Adrenalin. Das Superhormon, die Superdroge der neuen Burnout-Chefs. Bei Chemikern und Biologen auch unter C9H13NO3 bekannt. Dank Adrenalin schuften Chefs wie ein Hamster im Rad. Schneller und schneller und noch schneller. Aber schnell heißt zum Glück schon gar nicht produktiv. Sogar die Freizeit läuft nichts ohne Adrenalin. Da der Stress hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat, folgt somit auch eine erhöhte Adrenalinausschüttung im Körper. Und als Burnout-Chef müssen Sie stets negatives Vorbild sein.

Und daher produzieren Burnout-Chefs zusammen mit ihren Mitarbeitern massenhaft, immer mehr und mehr, das Produkt Adrenalin. Zum Leidwesen aber können Sie dieses so schwer erarbeitete Produkt nicht verkaufen. Aber für Sie als Burnout-Chef ist das ja kein Problem. Sie sind ja pfiffig und nie um eine Ausrede verlegen, egal wie absurd diese ist. Im schlimmsten Fall können Sie das Adrenalin ja verschenken und weil Sie ja ein überaus großzügiger Chef sind, natürlich auch an Ihre Mitarbeiter und Angestellten.

So schaffen Sie es natürlich, dass 60 Prozent aller Fehltage inzwischen auf Ihre Führungsunfähigkeit, mit Stress umzugehen, als Chef zurückfällt.  Glückwunsch, Sie haben es geschafft, dass Stress mittlerweile das zweithäufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem ist. Sie können stolz auf sich sein, denn dank Ihnen und den vielen anderen ebenso erfolgreichen Burnout-Chefs hat die Weltgesundheitsorganisation W.H.O Stress zur größten Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert erklärt.

Dank des erhöhten Einsatzes der Burnout-Chefs, oft bis zum Rande der persönlichen eigenen Erschöpfung, haben sie es geschafft Aufmerksamkeit im betrieblichen Gesundheitswesen zu erregen. Im Gesundheitsbericht der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen dann Typen wie Ihnen massiv an und jeder zehnte Fehltag geht auf das Konto stressbedingter Krankheiten. Gemäß einer Studie des DGB aus dem Jahr XYZ bezweifeln 30 Prozent der Beschäftigten, ihr Rentenalter im Beruf zu erreichen. Frühverrentung ist die Folge. Echt cool, bereits mit 55, 50 oder gar 40 schon Rente beziehen zu können. Dank den Burnout-Chefs haben nach einer Studie der Freiburger Unternehmensgruppe Saaman aus dem Jahr 2007, 45 Prozent von 10.000 befragten Managern Burnout- Symptome.

Um diesen Trend weiter zu forcieren sollten die Krankenkassen auf keinen Fall in die Vermeidung stressverursachender Aufgaben und Tätigkeiten investieren. Krankenkassen sollten das tun, was Sie am besten können, nämlich weiterhin Milliarden unüberlegt in die Behandlung von gestressten oder bereits von Burnout betroffenen Menschen stecken. In meiner Managerausbildung lernte ich bereits vor 20 Jahren: „Du musst das Problem auf keinem Fall an der Wurzel anpacken.“ Reparieren ist immer noch besser als vorbeugen, denn welcher Mann geht schon gerne zur Vorsorgeuntersuchung bei Arzt?

Die gebräuchlichste Definition von Burnout stammt von Maslach & Jackson aus dem Jahr 1986: „Burnout ist ein Syndrom der emotionalen Erschöpfung, der Depersonalisation und der reduzierten persönlichen körperlichen und geistigen Leistung, das bei Individuen auftreten kann, die auf irgendeine Art mit Leuten arbeiten oder von Leuten beeinflusst werden.“ Damit Ihnen als Burnout-Chef dieses wirklich gelingt, folgen nun 52 Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter in den todsicheren Burnout bringen können. Ich freue mich riesig, diese Ideen mit Ihnen zu teilen.

Tipp 1: Stellen Sie stets unfähiges Personal ein!

Fähiges und qualifiziertes Personal ist immer eine Gefahr für den Burnout-Chef. Stellen Sie sich vor, dieser neue Mitarbeiter stellt Ihnen interessante Fragen zur Organisation, zum Unternehmen oder gar zu Produkten und Prozessen? Und Sie könnten diese Fragen im schlimmsten Fall dann nicht beantworten. Nein, solch ein Gesichtsverlust können Burnout-Chefs auf keinen Fall hinnehmen. Was sollen denn die anderen Mitarbeiter und Angestellte, die Ihnen seit Jahren treu und loyal folgen und von Ihnen mustergültig geführt werden, von Ihnen denken? Ihre Kompetenz, auch was sage ich, Ihr Königreich wäre dann in größter Gefahr. Somit darf der Bewerber auf keinen Fall mehr Wissen und Kompetenz haben als Sie selbst.

Doch wie entdecken Sie diese Gefahrenherde? Bereiten Sie sich daher ganz gezielt auf Ihren Bewerber vor. Studieren Sie sorgfältig die Bewerbungsunterlagen. Sind diese vollständig und auch noch übersichtlich strukturiert, kann das schon ein Hinweis auf einen kompetenten künftigen Mitarbeiter sein, also erst einmal Vorsicht. Stehen zu den Tätigkeiten und Fähigkeiten im Lebenslauf, die idealerweise auf die benötigten Kenntnisse in ihrem Unternehmen oder Abteilung hinweisen, dann ist wirklich Gefahr in Verzug. Laden Sie diesen Bewerben erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch ein. Bedenken Sie, nur Sie alleine haben in Ihrer Abteilung die Kompetenz und auch Verantwortung den Bewerber für die Aufgabe zu qualifizieren. Es ist ja schließlich Ihre Abteilung und wer weiß besser als Sie, der Burnout Chef, welche Kompetenzen wirklich in Ihrer Abteilung benötigt werden. Sie sind ja der Burnout-Chef.

(Fortsetzung folgt).

Peter Buchenau,
Deutschlands Chefsache Ratgeber

 

 

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